Dussia Bereska (1885 – 1953)



»Tanz ist der Übergang in eine Welt, in der illusorische, statische Erscheinungen des Lebens in klare Raumdynamik verwandelt wird. Das Bewußtsein dieser räumlichen Welt und ihre Erforschung eröffnen einen Horizont von unerwarteter Weite. Von der einfachsten Regung bis zur künstlerischen Schöpfung im Tanz drückt der fließende Bewegungsstrom dynamischen Raum aus, die Grundlage allen Seins. Jede Bewegung taucht aus diesem unendlichen Abgrund auf und verschwindet wieder darin.«

Rudolf von Laban (1988) Die Kunst der Bewegung. Wilhemshaven, S. 97.

1916 begann Dussia Bereska an die Züricher Labanschule für Bewegungskunst ihr Tanzstudium bei Mary Wigman und Rudolf von Laban. 1917 wirkte sie u.a. in Labans Freiluft-Epos »Sang an die Sonne« auf dem Monte Verità mit sowie in weiteren Aufführungen der Schule mit. Nach Kriegsende kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde in Stuttgart Labans Hauptassistentin und enge Vertraute. Sie war Mitbegründerin, erste Solistin und Leiterin der Tanzbühne Laban und unterrichtete auch an der Labanschule Stuttgart. Als die Tanzbühne und Zentralschule Laban 1922 nach Hamburg übersiedelte, blieb Dussia Bereska eine der wichtigsten künstlerischen Mitarbeiterinnen von Laban. Sie kreierten zusammen verschiedene Kammertanzstücke, wie z.B. das ornamentale Kammertanz-Solo »Orchidée« (1923) oder »Die grünen Clowns« (1926). Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtete sie an Labans Choreographischem Institut in Würzburg und Berlin-Grunewald (1926/1927). 1929 emigrierte Dussia Bereska nach Paris, wo sie weiterhin lehrend aktiv war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Dussia Bereska als Übersetzerin der Alliierten Besatzungsmächte in Berlin tätig.