Monte Verità / Raumdeutungen

Monte Verità



»Innerhalb der bestehenden, gesellschaftlichen Organisationen, welche jede individuelle Regung im Menschen ersticken und dessen Kraft und natürliche Anlagen in den Dienst der Machtbesitzenden zwingen, ist eine freie Entwicklung nach Befreiung strebender Menschen undenkbar.«

Ida Hofmann-Oedenkoven Monte Verità: Wahrheit ohne Dichtung (1906) zitiert nach Theo Kneubühler »Die Künstler und die Schriftsteller und das Tessin (Von 1900 bis zur Gegenwart)« in: Harald Szeemann (Hrsg.) (1978) Monte Vérita. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topografie. Milano, S. 155.

Die von Laban gegründete Sommerschule für Kunst hatte ihr Domizil in der lebensreformerischen Siedlung, die am Lago Maggiore zunächst als »individualistisch-vegetabilische Cooperative« entstanden war und von Henri Oedenkoven und Ida Hofmann zu einem Naturheilsanatorium ausgebaut wurde. Dieses war ab 1910 ein beliebter Treffpunkt geworden - nicht nur für Künstler, Literaten und die Schickeria, sondern auch für einige Theosophen und Sozialreformer der damaligen Zeit.
Das Programm von Labans Sommerschule umfasste die Fächer Bewegungs-, Ton-, Wort- und Formkunst. Die Kursteilnehmer konnten sich dabei bei Improvisationen und Bewegungsübungen – häufig unter freiem Himmel – tänzerisch entfalten und sich in ganzheitlicher Weise schöpferisch aktiv erfahren.

 

Bildnachweis: Monte Verità, um 1900-RZ" von unbekannt - http://www.gusto-graeser.info/Monteverita/Wahrheitshuegel1.jpg. Über Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Monte_Verit%C3%A0,_um_1900-RZ.jpg#mediaviewer/File:Monte_Verit%C3%A0,_um_1900-RZ.jpg