Monte Verità / Raumdeutungen

Rudolf von Laban (1879 – 1958)



»Raum ist ein verborgener Grundzug der Bewegung, und Bewegung
ist ein sichtbarer Aspekt des Raumes.«


Rudolf von Laban (1991) Choreutik: Grundlagen der Raumharmonielehre des Tanzes. Wilhelmshaven, S.14.

Der Tänzer, Choreograf und Bewegungsforscher studierte in München, Paris und Wien Malerei, Architektur und Tanz, bevor er 1911 in München sein erstes Bewegungsatelier für den Freien Tanz gegründet hatte. 1913 eröffnete der Begründer der Ausdruckstanzbewegung auf dem Monte Verità bei Ascona seine Schule für Kunst mit Kursen in Tanz-, Ton-, Wort- und Form-Kunst.
Dort inspirierte Laban eine Reihe begabter Tänzerpersönlichkeiten und erprobte mit ihnen neue Formen des tänzerischen Ausdrucks. Darüber hinaus gab er auch Laienunterricht. Rudolf von Laban hatte 1915 in Zürich nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Labanschule für Bewegungskunst gegründet.
1918 übergab er die Leitung der Schule an Suzanne Perrottet. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz feierte er mit der 1920 gegründeten Tanzbühne Laban am Staatstheater Mannheim und am Württembergischen Landestheater Stuttgart erste Erfolge als Choreograf.
Zum Schülerkreis seiner Stuttgarter Labanschule gehörten u.a. Julian Algo, Hertha Feist, Albrecht Knust, Kurt Jooss und Edith Walcher. Rudolf von Laban erarbeitete auf dem Monte Verità die Grundzüge seiner Raum-Harmonie-Lehre, ferner machte er seine ersten Tanzschrift-Versuche und er inszenierte legendäre Freiluft-Aufführungen.

 

Bildnachweis: Modelle, Zeichnungen und Skizzenbuch von Rudolf von Laban / Nachlass Perrottet